Das Thema Klettersteig gewinnt im Rahmen der zunehmenden Outdoor-Orientierung einen immer höheren Stellenwert. Die einschlägigen Fachgeschäfte bieten auf immer breiteren Flächen Ausrüstung und Literatur zum Thema und die Anzahl der Klettersteig-Portale und -Foren wächst stetig. Im Folgenden gibt es einen groben Überblick zum Thema Klettersteig, den geschichtlichen Hintergründen, Klettersteigausrüstung und den verbundenen Risiken…
Klettersteig – Kletterweg mit Sicherungselementen
Bei einem Klettersteig handelt es sich um einen mit unterschiedlichen Sicherungselementen wie Leitern oder Stahlseilen ausgestatteten Kletterweg. Die Einbindung der Sicherungselemente eröffnet vor allem bergbegeisterten Nicht-Kletterern die Erschließung schwieriger alpiner Gelände und macht diese mit Hilfe einer Klettersteigausrüstung (Kletterhelm, Klettergurt, Klettersteigset) begehbar. Insgesamt hat sich die ursprünglich italienische Bezeichnung Via Ferrata (Eisenweg) auch international als Synonym für Klettersteige verwendet.
Geschichtlicher Hintergrund
Entstanden sind Klettersteige auf Basis von Wegen, die bereits vor einigen hundert Jahren Bergdörfer miteinander verbanden und vor allem wirtschaftlichen Zwecken dienten. Diese Wege war vor allem mit Holzelementen ausgestattet und begehbar gemacht worden.
War es damals das Ziel möglichst einfache und kraftsparende Routen zu wählen, werden bei modernen Klettersteigen bewusst besondere Schwierigkeiten wie Überhänge o.ä. eingebunden. Denn mittlerweile steht natürlich nicht mehr der wirtschaftliche sondern ein sportlicher Aspekt im Mittelpunkt.
Klettersteigausrüstung
Auf vielen Klettersteigen bewegt man sich in alpinem Gelände, welches entsprechende Risiken birgt. Daher empfielt es sich bei der Begehnung eines Klettersteigs eine den Anforderungen entsprechende Ausrüstung mitzuführen. Diese sollte sich letztendlich immer nach der Schlüsselstelle, also der schwierigsten Stelle des Steigs richten. Bei der Planung einer Begehung ist es daher wichtig einen Eindruck über die Schlüsselstelle zu gewinnen.
Die Klettersteigausrüstung sollte neben dem für die Berge obligatorischen festen Schuhwerk und Regenzeug einen Kletterhelm, ein Klettersteigset sowie einen Klettergurt umfassen.
Anmerkung: Ein detaillierterer Blick auf die einzelnen Elemente der Klettersteigausrüstung wird in folgenden Beiträgen geworfen.
Schwierigkeitsgrade
Anders als beim Freiklettern oder Bouldern gelten für die Kategorisierung von Klettersteigen eigene Schwierigkeitsgrade. Hierbei gilt es zu bachten, dass die Schwierigkeitsgrade von einer durchschnittlichen Kondition, Beweglichkeit und Kraft ausgegangen.
Schwierigkeitsgrad A: Der Steig führt über flaches bis steiles Gelände, ausgesetzte Stellen sind möglich. Der Weg ist gut gesichert mit Drahtseilen, vereinzelten kurzen Leitern und Klammern. Eine Begehung erfodert je nach Länge des Klettersteigs normale Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit und ist für Geübte häufig ohne die Verwednung einer Klettersteigausrüstung möglich.
Schwierigkeitsgrad B: Teilweise mäßig anstregende Wegführung mit steilerem Felsgelände, kleineren Tritten und ausgesetzten Stellen. Unter Umständen sind längere auch senkrechte Leitern vorzufinden. Die Routen verlangen je nach Länge mittlere Kondition, eine Begehung ohne Klettersteigausrüstung ist theoretisch möglich, wird aber gerade ungeübteren Begehern nicht empfohlen.
Schwierigkeitsgrad C: Man muss sich mit sehr steilem Gelände auseinandersetzen, das überdurchschnittliche Ansprüche an Kraft und Ausdauer stellt. Überwiegend schmale Trittflächen und häufig ausgesetzte Passagen. Auch hier ist eine Klettersteigausrüstung zu empfehlen.
Schwierigkeitsgrad D: Sehr anspruchsvolles Gelände für Physis und Psyche. Überwiegend senkrechtes Gelände mit exponierten Stellen und kleineren Kletterpassagen. Sicherung an Überhangen durch Drahtseil. Sicherungsausrüstung obligatorisch, für Anfänger und Kinder ungeeignet.
Schwierigkeitsgrad E: Extreme Anforderungen! Längere Kletterpassagen fordern gesteigerte Beweglichkeit, Kraft und Kondition. Für Anfänger und Kinder nicht empfehlenswert. Klettersteigausrüstung ein Muss.
Risiken
Immer wieder werden in der Presse Berichte über Unfälle auf Klettersteigen publik. Häufigste Unfallursache ist dabei die Folge der Unterschätzung der Ansprüche sowie durch andere Klettersteig-Begeher losgetretenen Steinen.
Besondere Gefahr geht vom Wetter aus. Die Eisensprossen und -leitern wirken dabei wie Blitzableiter, durch die exponierte Lage von Klettersteigen sind die Begeher Regen, Wind oder auch der prallen Sonne ausgeliefert.


